03. Juni
Antifa101: Was ist eigentlich Antisemitismus?

Dass die Nationalsozialisten antisemitisch waren ist klar? Die haben schließlich versucht, alle Jüdinnen und Juden umzubringen. Judenhass so offen zu artikulieren, das machen seit 1945 jedoch nur noch wenige Leute. Heißt das, dass es keinen Antisemitismus mehr gibt? In welchen Formen findet er heutzutage statt? Wie erkennt man ihn und wie kann man gegen ihn vorgehen? Das sind nur ein paar der Fragen, die wir in diesem Workshop behandeln wollen. Der Workshop dauert drei Stunden und ist für Einsteiger_innen geeignet.
Eine Veranstaltung der „Emanzipativen & Antifaschistischen Gruppe“ (EAG) im Rahmen der Workshopreihe „Antifa101″
20.00 Uhr // JUP – Unabhängiges Jugendzentrum Pankow // Florastraße 84, Berlin-Pankow

01. Juli
Der Al Quds-Tag im Jahr eins nach dem Atomdeal mit dem Iran – Appeasement ohne Ende?
Diskussionsveranstaltung anlässlich der Demonstrationen gegen den Al-Quds-Tag in Berlin 2016

Das Nuklearabkommen Deutschlands und der Vetomächte im Sicherheitsrat mit dem iranischen Regime vor fast einem Jahr wurde als Durchbruch für den Weltfrieden und Sieg für die sogenannten Reformkräfte im Iran gefeiert. Bereits kurz darauf verschärfte die Islamische Republik im Bündnis mit Russland ihre Intervention in Syrien, die in fünf Jahren eine halbe Million Menschen das Leben gekostet hat. Im Irak kämpft der von der US-Regierung als Top-Terrorist benannte Revolutionsgardenkommandeur Qassem Soleimani als de facto-Bündnispartner der westlichen Anti-ISIS-Koalition. Von einem Ende des Regime-Antisemitismus kann angesichts von Holocaust-Cartoons und unverminderter Kriegsdrohungen gegen Israel keine Rede sein. Der Al-Quds-Tag bleibt globaler antisemitischer Kampftag der Islamischen Republik.

Fathiyeh Naghibzadeh, Kazem Moussavi und Andreas Benl werden über die aktuelle Situation im Iran und in der Region sowie über Kalküle und Grenzen der westlichen Annäherungsbemühungen referieren.

Fathiyeh Naghibzadeh ist Mitbegründerin der Kampagne STOP THE BOMB in Deutschland und des Mideast Freedom Forum Berlin. Sie ist Co-Regisseurin des Films „Kopftuch als System – Machen Haare verrückt?“ und veröffentlicht Artikel über die politische Lage im Iran.

Kazem Moussavi ist Herausgeber des Iran Appeasement Monitor und Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland.

Andreas Benl ist beim Mideast Freedom Forum Berlin unter anderem für die Iran-Recherche zuständig und publiziert außerdem zum Zusammenhang von Kulturrelativismus und Antizionismus.

Moderation: Ulrike Becker, STOP THE BOMB und Antifaschistisches Berliner Bündnis gegen den Al-Quds Tag

18.00 Uhr // Schankwirtschaft LAIDAK // Boddinstr. 42/43 Berlin-Neukoelln

02. Juli
Antifaschistische Kundgebung: Kein Al Quds-Tag 2016! Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus

13:30 Uhr // Kundgebung am Adenauerplatz (U-Adenauerplatz / Berlin-Charlottenburg)


04. August

Veranstaltung : (Dis)Kontinuitäten – Qudstags-Marsch 2014-2016

Die Akteur*innen und Teilnehmenden des Qudstags-Marsches sind auch außerhalb dieses Zeitraums aktiv und fördern den Hass auf Israel, den Westen und das Judentum. Wir wollen uns auch an allen anderen Tage als dem letzten Freitag im Ramadan mit diesen Antisemit*innen auseinanderzusetzen.

Jedes Jahr zum Ende des Ramadans organisiert die aus dem Iran gesteuerte Quds AG unter dem Deckmäntelchen des Antizionimsus eine Demonstration im Herzen Berlins. Hier kommen vor allem Anhänger*innen des iranischen Regimes, aber auch andere Gruppen und Menschen zusammen, welche es sich zum Ziel gemacht haben dem Staat Israel das Existenzrecht abzusprechen oder einfach generell ihren Antisemitismus auf die Straßen Berlins zu tragen. Auch wenn dieser durch die öffentliche Ächtung und polizeilichen Auflagen stärker codiert und zurückhaltender artikuliert wird, bleibt der Qudstags-Marsch eine antisemitische Veranstaltung.
Doch wer sind diese Gruppen und Einzelpersonen die sich an diesem Tag mit dem klerikal-faschistischen Regime im Iran und einem seiner Hauptziele solidarisieren, der Vernichtung des jüdischen Staates? Inwieweit ist der Qudstag-Marsch die Praxis dessen, was in der antisemitischen Weltsicht Israel als den „Kollektivjuden“ imaginiert?
In den letzten drei Jahren fand eine systematische Dokumentation des Qudstags-Marsches durch zivilgesellschaftliche Initiativen statt. Die Referent*innen des JFDA – Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus und der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus – RIAS werden den beiden Fragen nachgehen. Gleichzeitig sollen die Herausforderungen für einen antifaschistischen Protest gegen den Qudstag-Marsch mit den Veranstalter*innen und dem Publikum diskutiert werden.

20.00 Uhr // K-fetisch // Wildenbruchstraße 86, Berlin-Neukölln