Info- & Mobilisierungsveranstaltungen:

Bei den Vorträgen werden Referent_innen des antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag auf die geschichtliche und inhaltlichen Einordnung der Bedeutung des Tages sowie auf die diesjährige Planungen gegen den Al Quds-Marsch eingehen. » Ankündigungstext!

20. Juli 11 · 20:00 Uhr · Ivi · Frankfurt/Main

28. Juli 11 · 20:00 Uhr · Infoladen Bremen · Bremen

30. Juli 11 · 18:00 Uhr · Rote Flora · Hamburg

01. August 11 · 18:30 Uhr · JFE Linse · Berlin

05. – 14. August 11 · NFJ-Sommercamp · Lärz

10. August 11 · 20:00 Uhr · Cafè Median · Rostock

11. August 11 · 20:00 Uhr · Ikuwo · Greifswald

15. August 11 · 19:00 Uhr · linXXnet · Leipzig

18. August 11 · 19:30 Uhr · Infoladen Landshut · Landshut


Vortragsreihe in Berlin:

05. August 11 · 19:00 Uhr · K9 · Kinzigstraße 9
» Die Bedeutung des Arabischen Frühlings für die islamische Republik Iran

Der Frühlingswind der Freiheit und Demokratie weht derzeit über die Länder des Mittleren Osten. Die arabischen Diktatoren in der Region werden zweifellos die Proteste der Bevölkerung für Freiheit nicht überleben, so wie es bereits bei Mubarak in Ägypten und Ben Ali in Tunesien der Fall war. Die Teheraner Machthaber sind s…ich der Folgen der Entwicklungen und Aufstände in der Region für die islamische Republik sehr wohl bewusst und davon alarmiert, da sie seit den Farce-Präsidenschaftswahle​n im Juni 2009 durch die anhaltenden Aufstände der Bevölkerung, den internationalen Sanktionen wegen seiner atomaren Projekte sowie durch die internen Machtkämpfe und Risse innerhalb des Systems unter großem Druck stehen. Gleichzeitig versucht Iran im Kontext seines expansionistischen Islamismus, der Hasspolitik auf den Westen und gegen Israel und dem Antisemitismus aus den Unruhen im Nahe Osten zu profitieren.

Inzwischen tendieren die meisten organisierten Gruppen in den arabischen Gesellschaften auf der einen Seite Richtung Armee und anderen Sicherheitsorganen und auf der anderen Seite Richtung islamistische Organisationen. Säkulare, liberale Gruppen (falls aufgrund der jahrelangen Aktivitäten der Mullah-Handlanger-Organisa​tionen, Hamas, Hisbollah und Muslembruderschaft, etc. überhaupt vorhanden) sind in der Regel schwach und gespalten und werden sich in naher Zukunft kaum in irgendeinem politischen Wettbewerb durchsetzen.

Darüberhinaus ist die US- und Europa-Appeasementpolitik gegenüber der Teheran-Iraq-Syrien-Libanon (Al-Qudsbrigade-Hisbollah-Hamas)-Achse eindeutig, um diese nicht zu schwächen und nicht zu reißen. Ein tödlicher Fehler für den Arabischen Frühlings, dass seinen Sommer im Iran hat!

Vortrag von Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland.


10. August 11 · 19:00 Uhr · Tristeza · Pannierstraße 5
» Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der „Partei Gottes“

Die Hisbollah wurde 1982 im Libanon von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden ins Leben gerufen, drei Jahre nach der islamischen Revolution im Iran und mitten im libanesischen Bürgerkrieg und dem israelischen Libanon-Krieg. Trotz ihres Selbstbildes als authentische libanesische Widerstands- und Befreiungsorganisation gegen Israel und den Westen fungiert Hisbollah praktisch als weltweit verlängerter Arm der Islamischen Republik Iran. Der „Widerstand“ dient Hisbollah nicht nur als Legitimation für Terror und Krieg, sondern auch für die Bekämpfung von Freiheitsbewegungen im Libanon, in Syrien und im Iran.

Vortrag von Jonathan Weckerle, Sprecher von STOP THE BOMB und Mitglied im Mideast Freedom Forum Berlin.


16. August 11 · 19:00 Uhr · K9 · Kinzigstraße 9
» Antisemitismus in der deutschen Linken

Bei der Annahme, Antisemitismus sei ausschließlich ein Phänomen der politischen Rechten und „Ewiggestriger“ handelt es sich, wie Hannah Arendt schon in den fünfziger Jahren feststellte, um ein hartnäckiges Vorurteil, das durch einen Blick in Geschichte und Gegenwart leicht widerlegt werden kann.

Neben Formen personalisierter und verkürzter „Kapitalismuskritik“ bricht sich der Antisemitismus in der deutschen Linken vor allem in Form angeblicher „Israelkritik“ bahn und wird immer dann evident, wenn die israelischen Streitkräfte aktiv werden, also im Kontext von Ereignissen wie der Erstürmung der „Mavi Marmara“ oder der Militäroperation „Gegossenes Blei“.

Bei den politischen Diskussionen über linken Antisemitismus stellt sich zwar bei genauerer Betrachtung heraus, dass viele seiner Aspekte kein Alleinstellungsmerkmal der Linken, sondern spektrenübergreifend konsensfähig sind, dennoch lassen sich einige charakteristische Merkmale festhalten.

Im Vortrag wird es anhand von Beispielen und empirischen Studien sowohl um Geschichte als auch um Gegenwart des Antisemitismus in der Linken gehen, sowohl um seine Spezifika als auch um antisemitische Gemeinplätze.


18. August 11 · 19:00 Uhr · Tante Horst · Oranienstraße 45
» Ideologie des Al Quds-Tags

Am 16. August 1979 warnte Khomeini die Regierungen der Welt. Es ist anzunehmen, dass keine europäische Regierung diese Worte hörte oder diese ernst nehmen wollte: „Der Al-Quds-Tag ist nicht nur der Tag Palästinas. Es ist der Tag des Islam, der Tag der islamischen Herrschaft. Es ist ein Tag, an dem die Fahne der Islamischen Republik in allen Ländern der Welt errichtet wird. Es ist ein Tag, an dem man den Großmächten klar machen muss, dass sie nicht mehr in islamischen Ländern einmarschieren können. Für mich ist der Quds-Tag der Tag des Islam und der Tag des Propheten und es ist ein Tag an dem wir alle unsere Kräfte sammeln und die Muslime werden von der Isolation herauskommen und mit aller Kraft und Macht werden die Muslime gegenüber den Fremden aufstehen und wir werden gegenüber den Fremden mit aller Gewalt aufstehen.[…] Es ist ein Tag an dem wir erfahren werden, wer und welche Regime mit dem Islam sind und wer für Israel ist. Wer an dem Quds-Tag teilnimmt, ist verpflichtet und befürwortet den Islam und ist gegen die Feinde des Islam, an deren Spitze Amerika und Israel stehen.“ Dann bittet Khomeini Gott „unsere Brüder in Palästina, in Süd-Libanon und in Libanon und wo sie auch in der Welt sind von den Arroganten Unterdrückern zu befreien.“

Am Freitag, dem 17.8.1979, demonstrierten allein in Teheran 3,5 Millionen Menschen. Seitdem demonstrieren am Al-Quds Tag jährlich und weltweit Muslime gegen Israel.

Vortrag von Wahied Wahdat-hagh, Senior Fellow European Foundation for Democracy


24. August 11 · 19:00 Uhr · Centrum Judaicum · Oranienburger Str. 28/30
» Arabischer Nationalismus, moderner Antisemitismus und die
Auslandspropaganda der Nationalsozialisten

Vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges herrschte bei den für die Auslandspropaganda zuständigen NS-Ämtern bezüglich einer Propaganda in die „arabische Welt“ starke Zurückhaltung. Grund dessen war eine nationalsozialistische (Bündnis-)Politik, die einer Einbindung nationalistischer Antikolonialisierungsbewegungen des Nahen Ostens entgegenstand. Spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und damit neuen Voraussetzungen änderte sich die deutsche Propagandastrategie: Der Nahe Osten wurde zunehmend Ziel einer antisemitischen Propaganda, die mit national-religiösen Inhalten verknüpft wurde. Ideologische Basis dessen war die Propagierung einer „jüdischen Weltverschwörung“, die sich sowohl gegen Deutsche als auch gegen (arabische) Muslime wende.

Der Vortrag von Vera Henßler beleuchtet die Entwicklung der Propaganda in den arabischen Raum in Wechselwirkung mit nationalsozialistischer Kriegszielpolitik sowie die Funktion des Antisemitismus und dessen Verknüpfung mit anderen Ideologemen. Der Raum, in dem der moderne Antisemitismus wirkmächtig werden konnte, ist der moderne Nahe Osten. In einer historischen Einführung von Hannes Bode soll es daher zuerst um die Genese einer arabischen „Öffentlichkeit“ und die Rezeption und Modifikation moderner Konzepte nationaler Identität und Selbstbestimmung vor dem Hintergrund zunehmender kolonialer Durchdringung gehen.

Vortrag von Vera Henßler (Berlin) und Hannes Bode (Halle)


Veranstaltungen am Al Quds-Tag:

27. August 11 · 12:00 Uhr · Wittenbergplatz · Berlin
» Antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Kein Al Quds-Tag! Gegen Islamismus und Antisemitismus! Solidarität mit Israel“.

Aufruf: Klick!


27. August 11 · 14:30 Uhr · Kurfürstendamm/Joachimstaler Str. · Berlin
» Kundgebung unter dem Motto „Gegen den Al-Quds-Tag – Solidarität mit Israel und mit der iranischen Freiheitsbewegung“

.

Aufruf: Klick!



27. August 11 · 22:00 Uhr · ZGK · Berlin
» After-Show-Party mit Minimal/Techno/House

Von Raben (Krabat DIY)
Reducation DJ Team
Bomberdomme


Wir behalten es uns vor, bei allen Veranstaltungen von unsererm Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechter Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu alle Veranstaltung zu verwehren oder von diesen auszuschließen.