Archiv für Mai 2019

Infos und Aktionskarte für den 01. Juni 2019

01. Juni 2019, Berlin, „Gegen jeden Antisemitismus! Kein Al Quds-Marsch
in Berlin!“

Twitter: twitter.com/keinqudstag
Hashtag: #keinqudstag

Zeitplan:

ab 12.00 Uhr | U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße | Auftaktkundgebung des antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag
ab 13.00 Uhr | U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße | Start der antifaschistischen Demonstration

ab 15.00 Uhr | George Grosz Platz | bürgerliche Kundgebung “Kein Islamismus und Antisemitismus in Berlin – Gegen den Quds-Marsch”

14.30 Uhr | „Al Quds-Marsch“ Auftakt am Adenauerplatz , wahrscheinliche Route über den Kurfürstendamm bis zum Wittenbergplatz

Antifaschistischer Aufruf 2019

Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch 2019 in Berlin!

Am 01. Juni 2019 wollen auch in diesem Jahr mehrere hundert Antisemit*innen am sogenannten Al Quds-Tag in Berlin aufmarschieren. Sie demonstrieren für eine Eroberung Jerusalems (arabisch: Al Quds) und die Vernichtung Israels. Der Al Quds-Tag wurde 1979 im Rahmen der Islamischen Revolution im Iran als Feiertag ausgerufen und wird jährlich als Staatsakt am Ende des Ramadan abgehalten. Seitdem dient der Tag der iranischen Führung als islamistische Propagandaveranstaltung gegen den jüdischen Staat. Dabei wird sowohl versucht, sich als Widerstandsbewegung gegen den vermeintlichen Aggressor Israel, als auch den Quds-Tag zum „Kampftag für die Unterdrückten der Welt“ zu stilisieren. Mit der Forderung, dass „die Unterdrückten“ sich ausgerechnet gegen den jüdischen Staat zur Wehr setzen sollen, steht der Al Quds-Tag in einer antisemitischen Tradition: Die Idee einer jüdischen Weltverschwörung, die für alles Übel der Welt verantwortlich sei, ist zentraler Kern antisemitischer Ideologie. Anstatt einer tatsächlichen Solidarität mit Palästinenser*innen und ihren Lebensumständen geht es den Veranstalter*innen des jährlichen Quds-Marsches um die Dämonisierung Israels und der Machterhaltung des islamistischen Regimes, der Verbreitung seiner Ideologie in der Region und im Ausland. Für die Islamische Republik Iran ist Antisemitismus seit der Gründung im Jahr 1979 zentraler Bestandteil der Staatsideologie. Erst in diesem Jahr sprach der als gemäßigt geltende Präsident Hassan Rohani von einer Verschwörung Israels und der USA gegen den Iran und bezeichnete den jüdischen Staat bei einer Konferenz zur islamischen Einheit im November 2018 als einen „krebsartigen Tumor“.

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Antifaschistische Demonstration: Samstag 01. Juni 2019 | 12.00 Uhr Auftaktkundgebung: U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße

Am 01. Juni 2019 wollen, wie in jedem Jahr, hunderte Antisemit*innen ihren Hass auf Israel und die angeblichen zionistischen Verschwörer*innen auf die Straßen Berlins tragen. Der Al Quds-Tag wurde 1979 im Rahmen der Islamischen Revolution im Iran als Feiertag ausgerufen und propagiert die Eroberung Jerusalems (arabisch: Al Quds) durch eine weltweite muslimische Allianz. Dabei wird er zum „Kampftag für die Unterdrückten der Welt“ stilisiert, an dem es gilt der „Quelle allen Übels“ entgegenzutreten: dem „Krebsgeschwür“ Israel (Hassan Rohani, 2018). Auch außerhalb des Irans finden an diesem Tag jedes Jahr Veranstaltungen statt.

Der Al Quds-Tag dient einzig der Propagierung der explizit antisemitischen sowie LGBTIQ*-feindlichen und misogynen Staatsideologie des Iran. Frauen* werden beim Sorgerecht, Scheidungen und der Reisefreiheit entmündigt und somit zu Menschen zweiter Klasse gemacht, die strukturell durch den Staat und die Gesellschaft sexualisierter Gewalt ausgeliefert sind. Homosexualität gilt neben der Abkehr vom Glauben als schwerstmögliches Verbrechen und kann durch öffentliche Hinrichtung bestraft werden.
Deutschland zählt nach wie vor zu den wichtigsten Handelspartnern des Iran, zu den Protesten iranischer Regimegegner*innen verliert die deutsche Regierung jedoch kein Wort.

Deutschland, das sich gerne als fortschrittlichen Aufarbeitungsweltmeister gibt, scheut sich dagegen nicht mit einem antisemitischen, LGBTIQ*-feindlichen Regime, wie dem im Iran, Geschäfte zu machen. Besonders die iranischen Frauen* nehmen eine bedeutende und sichtbare Rolle in dieser Protestbewegung gegen dieses Regime ein. Sie wehren sich gegen ihre Unterdrückung durch das öffentlich Abnehmen des Kopftuchs oder Tanzen auf der Straße und nehmen dafür immer wieder Haftstrafen in Kauf.

Nicht nur am Al Quds-Tag, sondern auch an jedem anderen Tag des Jahres gilt es, sich jeglicher Form von Sexismus und Patriarchat, Antisemitismus und Antizionismus entgegenzustellen.
Solidarität mit Israel und den emanzipatorischen Kräften im Iran!
Kein Friede mit Deutschland!


Kommt zur antifaschistischen Demonstration!
01.Juni 2019, 12 Uhr
U-Bhf Wilmersdorfer Str.