Archiv für Februar 2018

Antifa-Protest gegen Empfang des iranischen Regimes im Maritim Berlin

Protest gegen Empfang des iranischen Regimes im Maritim Hotel Berlin, anlässlich des 39. Jahrestages der Gründung der Islamischen Republik

Am gestrigen 12. Februar startete die Antifa-Kundgebung mit 90 Teilnehmenden vor dem Maritim-Hotel in der Stauffenbergstraße in Berlin-Tiergarten. Der Protest richtete sich gegen den Empfang des iranischen Regimes, der an diesem Tag im Hotel stattfand. Anlass war der 39. Jahrestag der Gründung der Islamischen Republik. Seit 39 Jahren trägt diese Diktatur nun schon seinen Terror nach innen und außen und unterdrückt Frauen, verfolgt Gewerkschafter*innen, Oppositionelle, studentische Aktivist*innen und religiöse Minderheiten und bedroht Homosexuelle mit dem Tod.

Bis zuletzt arbeiteten die iranische Botschaft, die Berliner Polizei und die Maritim-Kette daran den gestrigen Empfang geheim zu halten. Nachdem der Tag durchgesickert war, gab es gestern den ganzen Tag lang Proteste vor dem Hotel, erst von Exil-iranischen Gruppen und dann von unserem Bündnis. Dies führte dazu, dass deutsche Unterstützer*innen des Regimes das Maritim durch den Hintereingang betraten und die Veranstaltung bereits auf die Mittagszeit verlegt wurde. Schon im Vorfeld erreichte der Aufruf zu Protesten, dass das iranische Regime öffentlich zu der Veranstaltung schwieg und viel weniger Einladungen an deutsche Politiker*innen versendet wurden.

Gemeinsam mit den Exil-Iraner*innen, die schon bereits am Mittag vor Ort waren, protestierten wir gemeinsam gegen die Maritim-Kette, welche schon mehrmals dem iranischen Regime sowie der rechtsradikalen AfD Räume für Veranstaltungen zur Verfügung stellte. In den Redebeiträgen, die unter anderem von Mina Ahadi (von der Worker-communist Party of Iran) und von Kazem Moussavi (von der Green Party of Iran) gehalten wurden, wurde über die aktuelle Lage der Proteste und der Verfolgung im Iran informiert. Zudem wurde in den Beiträgen die Unterstützung der deutschen Politik für das iranische Regime kritisiert als auch die mangelende Unterstützung für die iranischen Proteste in Deutschland angeprangert. Die Berliner Polizei konnte sich einige Schikanen nicht verkneifen: So seien die Redebeiträge angeblich zu laut gewesen und Transparente wurden nicht so gehalten, wie es ihnen gepasst hätte. Wir haben uns davon aber nicht provozieren lassen und haben gemeinsam mit iranischen Oppositionellen ein Zeichen der Solidarität mit den fortschrittlichen Protesten im Iran gesetzt. Dies werden wir gemeinsam auch wieder spätestens bei den Protesten gegen den Al Quds-Tags-Aufmarsch im Juni in Berlin zeigen!

Keine Ruhe für das mörderische Regime im Iran und seine deutschen Unterstützer*innen!

Antifa-Kundgebung am 12.02. gegen Empfang des iranischen Regimes in Berlin

Solidarität mit den Protesten gegen die Diktatur im Iran!

Antifa-Kundgebung gegen den Empfang des islamistischen Regimes in Berlin

Montag, 12. Februar 2018 | 18 Uhr | Vor dem Maritim Hotel in der Stauffenbergstraße 26 (10785 Berlin-Tiergarten)

Kun 12.02.18

Schon seit Ende vergangenen Jahres wird die Islamische Republik Iran von Protesten in einer Größenordnung ergriffen, wie es sie seit 2009 nicht mehr gegeben hat. Die Menschen demonstrieren nicht nur gegen die wirtschaftliche Lage, die Korruption und die tagtäglichen Repressionen: Im ganzen Land richten sie ihren Protest mittlerweile dezidiert gegen die Islamische Republik als Ganzes und riskieren so ihr Leben. Im Januar gingen die Bilder von Vida Movahed um die Welt, die aus Protest gegen die Islamische Republik und die repressive Kleiderordnung im Zentrum Teherans auf einen Stromkasten stieg – in ihrer Hand einen Stock, darauf ihr weißes Kopftuch. Unter Rufen wie „Nieder mit der Islamischen Republik“ und „Tod den Mullahs“ zeigen die Protestierenden, dass es ihnen nicht um eine Reform geht, sondern um einen Umsturz.
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