Archiv für Juni 2016

Der letztjährige Anmelder des antisemitischen Al Quds-Marschs droht den Gegenprotesten mit Klage

Jürgen Grassmann, seines Zeichens ehemaliger Anmelder des jährlichen Al Quds-Marschs in Berlin, versucht kurz vor dem 2. Juli, mit Klagen gegen den Bloghoster Blogsport, bei dem die antifaschistischen Proteste gegen den Al Quds-Tag beheimatet sind, vorzugehen.
Dafür hat sich sein Anwalt das Zitat auf dem Vorabplakat vorgenommen. Er moniert, dass Grassmann mit der Formulierung „Das sind die Krebsgeschwüre der Menschheit.“ nicht die Gegenproteste, sondern den Zionismus als solches gemeint hätte. Zu seinem positiven Bezug auf die schiitischen Islamisten der Hizbollah hingegen steht er weiterhin. (Das Zitat ist hier einzusehen: https://youtu.be/QBurzyxJ-2E?t=5m26s)

Besonders skandalös ist dabei, dass sich mit Hans-Eberhard Schultz ein Anwalt aus der Generation der 68er für Grassmanns Klagedrohung gegen einen linken Blog-Hoster hat einspannen lassen.

Wir haben das Plakat nun aus dem Netz genommen. Es hat seinen Zweck erfüllt.
Dass der Anmelder den Zionismus als „das Krebsgeschwür der Menschheit begreift“ und sich positiv auf die Hizbollah bezieht, deren Symbole und Fahnen in diesem Jahr verboten sind, hat er erneut verdeutlicht.

1. Juli 2016 Diskussionsveranstaltung: Der Al Quds-Tag im Jahr eins nach dem Atomdeal mit dem Iran – Appeasement ohne Ende?

18.00 Uhr // Schankwirtschaft LAIDAK // Boddinstr. 42/43 Berlin-Neukölln

Das Nuklearabkommen Deutschlands und der Vetomächte im Sicherheitsrat mit dem iranischen Regime vor fast einem Jahr wurde als Durchbruch für den Weltfrieden und Sieg für die sogenannten Reformkräfte im Iran gefeiert. Bereits kurz darauf verschärfte die Islamische Republik im Bündnis mit Russland ihre Intervention in Syrien, die in fünf Jahren eine halbe Million Menschen das Leben gekostet hat. Im Irak kämpft der von der US-Regierung als Top-Terrorist benannte Revolutionsgardenkommandeur Qassem Soleimani als de facto-Bündnispartner der westlichen Anti-ISIS-Koalition. Von einem Ende des Regime-Antisemitismus kann angesichts von Holocaust-Cartoons und unverminderter Kriegsdrohungen gegen Israel keine Rede sein. Der Al-Quds-Tag bleibt globaler antisemitischer Kampftag der Islamischen Republik.

Fathiyeh Naghibzadeh, Kazem Moussavi und Andreas Benl werden über die aktuelle Situation im Iran und in der Region sowie über Kalküle und Grenzen der westlichen Annäherungsbemühungen referieren.

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Aufruf 2016: Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus – 20 Jahre Al Quds-Tag sind 20 Jahre zu viel!

2. Juli 2016
Antifaschistische Kundgebung: Kein Al Quds-Marsch 2016! Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus!
Start: 13.30 Uhr, Adenauerplatz (Berlin-Charlottenburg)

Aufruf des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag 2016:
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