Antifaschistischer Aufruf 2019

Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch 2019 in Berlin!

Am 01. Juni 2019 wollen auch in diesem Jahr mehrere hundert Antisemit*innen am sogenannten Al Quds-Tag in Berlin aufmarschieren. Sie demonstrieren für eine Eroberung Jerusalems (arabisch: Al Quds) und die Vernichtung Israels. Der Al Quds-Tag wurde 1979 im Rahmen der Islamischen Revolution im Iran als Feiertag ausgerufen und wird jährlich als Staatsakt am Ende des Ramadan abgehalten. Seitdem dient der Tag der iranischen Führung als islamistische Propagandaveranstaltung gegen den jüdischen Staat. Dabei wird sowohl versucht, sich als Widerstandsbewegung gegen den vermeintlichen Aggressor Israel, als auch den Quds-Tag zum „Kampftag für die Unterdrückten der Welt“ zu stilisieren. Mit der Forderung, dass „die Unterdrückten“ sich ausgerechnet gegen den jüdischen Staat zur Wehr setzen sollen, steht der Al Quds-Tag in einer antisemitischen Tradition: Die Idee einer jüdischen Weltverschwörung, die für alles Übel der Welt verantwortlich sei, ist zentraler Kern antisemitischer Ideologie. Anstatt einer tatsächlichen Solidarität mit Palästinenser*innen und ihren Lebensumständen geht es den Veranstalter*innen des jährlichen Quds-Marsches um die Dämonisierung Israels und der Machterhaltung des islamistischen Regimes, der Verbreitung seiner Ideologie in der Region und im Ausland. Für die Islamische Republik Iran ist Antisemitismus seit der Gründung im Jahr 1979 zentraler Bestandteil der Staatsideologie. Erst in diesem Jahr sprach der als gemäßigt geltende Präsident Hassan Rohani von einer Verschwörung Israels und der USA gegen den Iran und bezeichnete den jüdischen Staat bei einer Konferenz zur islamischen Einheit im November 2018 als einen „krebsartigen Tumor“.

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Antifaschistische Demonstration: Samstag 01. Juni 2019 | 12.00 Uhr Auftaktkundgebung: U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße

Am 01. Juni 2019 wollen, wie in jedem Jahr, hunderte Antisemit*innen ihren Hass auf Israel und die angeblichen zionistischen Verschwörer*innen auf die Straßen Berlins tragen. Der Al Quds-Tag wurde 1979 im Rahmen der Islamischen Revolution im Iran als Feiertag ausgerufen und propagiert die Eroberung Jerusalems (arabisch: Al Quds) durch eine weltweite muslimische Allianz. Dabei wird er zum „Kampftag für die Unterdrückten der Welt“ stilisiert, an dem es gilt der „Quelle allen Übels“ entgegenzutreten: dem „Krebsgeschwür“ Israel (Hassan Rohani, 2018). Auch außerhalb des Irans finden an diesem Tag jedes Jahr Veranstaltungen statt.

Der Al Quds-Tag dient einzig der Propagierung der explizit antisemitischen sowie LGBTIQ*-feindlichen und misogynen Staatsideologie des Iran. Frauen* werden beim Sorgerecht, Scheidungen und der Reisefreiheit entmündigt und somit zu Menschen zweiter Klasse gemacht, die strukturell durch den Staat und die Gesellschaft sexualisierter Gewalt ausgeliefert sind. Homosexualität gilt neben der Abkehr vom Glauben als schwerstmögliches Verbrechen und kann durch öffentliche Hinrichtung bestraft werden.
Deutschland zählt nach wie vor zu den wichtigsten Handelspartnern des Iran, zu den Protesten iranischer Regimegegner*innen verliert die deutsche Regierung jedoch kein Wort.

Deutschland, das sich gerne als fortschrittlichen Aufarbeitungsweltmeister gibt, scheut sich dagegen nicht mit einem antisemitischen, LGBTIQ*-feindlichen Regime, wie dem im Iran, Geschäfte zu machen. Besonders die iranischen Frauen* nehmen eine bedeutende und sichtbare Rolle in dieser Protestbewegung gegen dieses Regime ein. Sie wehren sich gegen ihre Unterdrückung durch das öffentlich Abnehmen des Kopftuchs oder Tanzen auf der Straße und nehmen dafür immer wieder Haftstrafen in Kauf.

Nicht nur am Al Quds-Tag, sondern auch an jedem anderen Tag des Jahres gilt es, sich jeglicher Form von Sexismus und Patriarchat, Antisemitismus und Antizionismus entgegenzustellen.
Solidarität mit Israel und den emanzipatorischen Kräften im Iran!
Kein Friede mit Deutschland!


Kommt zur antifaschistischen Demonstration!
01.Juni 2019, 12 Uhr
U-Bhf Wilmersdorfer Str.

Update: Aktionskarte für den 9. Juni online

Update zur Demoroute des bürg. Bündnis gegen den Quds-Marsch: Anders als auf der alten Karte eingezeichnet endet die Demonstration nicht am Breitscheidplatz, sondern weiter südlich in Richtung Route des Quds-Marsches Joachimstaler Straße/Ecke Lietzenburger Straße.

Antifaschistische Demonstration: Samstag 9. Juni 2018 | 12.00 Uhr Auftaktkundgebung: U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße

Für den 9. Juni ist nun eine antifaschistische Demonstration gegen den Al Quds-Marsch in Charlottenburg angemeldet. Wir treffen uns am Samstag den 9. Juni 2018 um 12.00 Uhr bei einer Auftaktkundgebung am U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße (Wilmersdorfer Straße Ecke Kantstraße). Von dort geht unsere Demonstration zum Adenauerplatz. Hier findet ebenfalls die Auftaktkundgebung des antisemitischen Quds-Marsches statt.

Im Vorfeld finden noch eine ganze Reihe an inhaltlichen Veranstaltungen statt, die zum 9. Juni mobilisieren. Eine vollständige Auflistung findet sich auf dieser Seite unter Termine.

Mobi Plakat 2019

Save the Date: 09. Juni 2018 – KEIN AL QUDS-TAG! GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS!

Aufruf zur Demonstration: Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch in Berlin!

22 Jahre – so lange schon ziehen Jahr für Jahr hunderte Antisemit*innen zum Al Quds-Tag durch Berlin. Sie demonstrieren für die Vernichtung Israels und seiner jüdischen Bewohner*innen. Ihren Marsch inszenieren sie als „Kampftag der Unterdrückten der Welt“. Doch ihr Kampf ist vor allem eines: ein Kampf gegen die Existenz von Jüdinnen*Juden. Ausgestattet mit den Symbolen der Hisbollah, des iranischen Regimes und anderer mörderischer Antisemit*innen werden sie auch 2018 wieder durch Charlottenburg ziehen.
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Antifa-Protest gegen Empfang des iranischen Regimes im Maritim Berlin

Protest gegen Empfang des iranischen Regimes im Maritim Hotel Berlin, anlässlich des 39. Jahrestages der Gründung der Islamischen Republik

Am gestrigen 12. Februar startete die Antifa-Kundgebung mit 90 Teilnehmenden vor dem Maritim-Hotel in der Stauffenbergstraße in Berlin-Tiergarten. Der Protest richtete sich gegen den Empfang des iranischen Regimes, der an diesem Tag im Hotel stattfand. Anlass war der 39. Jahrestag der Gründung der Islamischen Republik. Seit 39 Jahren trägt diese Diktatur nun schon seinen Terror nach innen und außen und unterdrückt Frauen, verfolgt Gewerkschafter*innen, Oppositionelle, studentische Aktivist*innen und religiöse Minderheiten und bedroht Homosexuelle mit dem Tod.
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Antifa-Kundgebung am 12.02. gegen Empfang des iranischen Regimes in Berlin

Solidarität mit den Protesten gegen die Diktatur im Iran!

Antifa-Kundgebung gegen den Empfang des islamistischen Regimes in Berlin

Montag, 12. Februar 2018 | 18 Uhr | Vor dem Maritim Hotel in der Stauffenbergstraße 26 (10785 Berlin-Tiergarten)

Kun 12.02.18

Schon seit Ende vergangenen Jahres wird die Islamische Republik Iran von Protesten in einer Größenordnung ergriffen, wie es sie seit 2009 nicht mehr gegeben hat. Die Menschen demonstrieren nicht nur gegen die wirtschaftliche Lage, die Korruption und die tagtäglichen Repressionen: Im ganzen Land richten sie ihren Protest mittlerweile dezidiert gegen die Islamische Republik als Ganzes und riskieren so ihr Leben. Im Januar gingen die Bilder von Vida Movahed um die Welt, die aus Protest gegen die Islamische Republik und die repressive Kleiderordnung im Zentrum Teherans auf einen Stromkasten stieg – in ihrer Hand einen Stock, darauf ihr weißes Kopftuch. Unter Rufen wie „Nieder mit der Islamischen Republik“ und „Tod den Mullahs“ zeigen die Protestierenden, dass es ihnen nicht um eine Reform geht, sondern um einen Umsturz.
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„Der Antisemitismus des Iran und die Organisationsstrukturen der Al-Quds-Märsche in Berlin“ – Beitrag von Dr. Kazem Moussavi

Im folgenden veröffentlichen wir einen Text von Dr. Kazem Moussavi, Herausgeber von IRAN APPEASEMENT MONITOR und Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland:

Der Antisemitismus des Iran und die Organisationsstrukturen der Al-Quds-Märsche in Berlin

Alljährlich organisiert der Iran weltweit die Al-Quds-Märsche zur Eroberung Jerusalems und Vernichtung Israels. Außerdem veranstaltet er Holocaust-Karikatur-Festivals, um die Shoah zu leugnen. Aufgrund des passiven Hinnehmens des institutionalisierten iranischen Antisemitismus durch Deutschland, das eine besondere historische Verantwortung gegenüber den Opfern des Holocaust und für den Schutz des jüdischen Staates Israel hat, konnte der Iran sich als wichtiger Förderer des antijüdischen Hasses im europäischen Raum etablieren. Der Aufstieg der Rechtspopulisten und die direkt oder indirekt mit dem iranischen hegemonialen Krieg im Nahen Osten verbundenen terroristischen Aktivitäten des IS im Westen helfen dem schiitisch-apokalyptischen Regime, sein antisemitisches Netz zu erweitern und zu verdichten. Der Iran arbeitet schon seit langem eng mit extremen rechten und antisemitischen Gruppen einschließlich Neonazi-Organisationen in Europa zusammen.

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+++ UPDATE II: ERNEUTE DATUMSÄNDERUNG – QUDS-MARSCH AM 23. JUNI +++

Organisierende des Al Quds-Tags-Aufmarsches fürchten Gegenproteste.

Die Veranstaltenden des antisemitischen Al Quds-Tags-Aufmarsches, rund um den Hauptorganisator Jürgen Grassmann, haben ihre Aufzüge für den 17. und 24. Juni auf dem Berliner Kurfürstendamm abgemeldet und ihren Aufmarsch auf der gleichen Strecke nun für Freitag, den 23. Juni angemeldet. Mit dieser Taktik verfolgen sie das Ziel, dass es keinen antifaschistischen Gegeprotest geben wird.

Diese Rechnung geht aber nicht auf! Egal wann der antisemitische Aufmarsch stattfinden wird: Wir werden diese menschenverachtende Veranstaltung nicht unwidersprochen lassen und dagegen protestieren!

ANTIFASCHISTISCHE GEGENKUNDGEBUNG:
Freitag, 23. Juni 2017 | 13:30 Uhr | Adenauerplatz (Berlin-Charlottenburg)

NIEDER MIT DEM ANTISEMITISCHEN AL QUDS-TAG!
GEMEINSAM GEGEN DEN MENSCHENVERACHTENDEN AUFMARSCH AM 23. JUNI IN BERLIN!

+++ UPDATE: Quds-Marsch am 24. Juni +++

Die Organisierenden des antisemitischen Al Quds-Tags-Aufmarsches haben ihren Aufzug für den 17. und 24. Juni auf dem Berliner Kurfürstendamm angemeldet. Mit der Bewerbung des 17. Juni wollen sie die antifaschistischen Proteste gegen den „Identitären“-Aufmarsch in Mitte spalten (Bericht). Doch über dieses Stöckchen werden wir nicht springen. Wir werden in jedem Fall gegen den Al Quds-Tags-Aufmarsch protestieren, egal an welchem Tag dieser stattfindet! Und wir rufen in jedem Fall auch dazu auf an den Protesten gegen faschistischen „Identitären“-Aufmarsch teilzunehmen!

Wir gehen davon aus, dass der Al Quds-Tags-Aufmarsch, wie auch die anderen weltweiten Veranstaltungen in diesem Rahmen, am 24. Juni stattfinden wird. +++

KEIN AL QUDS-TAG 2017! GEMEINSAM GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS!

Am Samstag, den 24. Juni 2017 wollen im 21. Jahr in Folge hunderte Antisemit*innen am Al Quds-Tag in Berlin für die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels aufmarschieren. Al Quds ist der arabische Name Jerusalems und der Al Quds-Tag ein 1979 vom iranischen Regime ins Leben gerufener weltweiter antisemitischer Kampftag. Unter dem Deckmantel der sogenannten „Israelkritik“ wird offen dazu aufgerufen die größte jüdische Gemeinschaft der Welt zu vernichten. Es wird sich mit der terroristischen Hisbollah, dem syrischen Diktator Assad und dem iranischen Regime selbst solidarisiert.

Der Hauptorganisator des Berliner Aufmarsches ist Jürgen Grassmann. Grassmann leugnete im April diesen Jahres auf der Intifada-Konferenz in Teheran die Shoa, er sprach dabei unter anderem von „der Täuschung der Menschen mit dieser Geschichte“ und führte in diesem Zusammenhang fort: „Das Problem ist, dass die Zionisten es übertreiben.“ Im gleichen Monat brachte Grassmann auf einer Querfrontdemonstration in Berlin während eines Redebeitrags seine antisemitische Verschwörungsideologie zum Ausdruck, unter anderem sagte er, dass der IS „ein Produkt der Zionisten“ sei und forderte anschließend das Ende des Staates Israel.

Es steht fest: Deutschland hat ein Antisemitismus-Problem, das weder erst seit gestern besteht, noch importiert wurde. Allein in Berlin gab es im Jahr 2016 mindestens 470 antisemitische Angriffe und Anfeindungen. In ganz Deutschland kommt es zu Schändungen jüdischer Friedhöfe und Denkmäler und die Leugnung oder Relativierung der Shoa gehören zum deutschen Alltag. Oft wird nicht vom Judentum, sondern von Israel gesprochen, um den eigenen Antisemitismus zu verschleiern.

Der Al Quds-Tags-Aufmarsch in Berlin ist der größte regelmäßig stattfindende antisemitische Aufmarsch Deutschlands. Wir werden dies auch in diesem Jahr nicht unwidersprochen hinnehmen und unsere Kritik an religiösen Fundamentalist*innen und Antisemit*innen aller Couleur am 24. Juni auf die Straße tragen. Wir solidarisieren uns mit den von Antisemitismus Betroffenen und deren Schutzraum Israel. Außerdem gilt unsere Solidarität den emanzipatorischen Kräften im Iran sowie allen Geflüchteten.
Nieder mit dem antisemitischen Al Quds-Tag!

Antifaschistisches Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag

GEGENPROTEST AM 24. JUNI 2017 IN BERLIN-CHARLOTTENBURG:

• 12 Uhr, U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße: Antifaschistische Demonstration
• 13:30 Uhr: Adenauerplatz, Antifaschistische Kundgebung

Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1443345329300188/